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Autor: LIB e.V.-Redaktion

Freitagsgedanken: Tawakkul – Vertrauen in Zeiten der Erschwernis

Es gibt Phasen im Leben eines jeden von uns, in denen wir uns schmerzlich unserer eigenen Begrenztheit bewusst werden. Phasen, in denen wir die Grenzen unseres eigenen Wirkens deutlich und unverrückbar vor Augen geführt bekommen.

In einer Gesellschaft, in der Wachstum, Fortschritt, Optimierung und vermeintliche Perfektion als zentrale Richtlinien gelten, verkennen wir nicht selten, dass das Leben keine mathematische Gleichung ist, deren Berechnung am Ende stets aufgeht.
Nicht immer führen unsere Bemühungen – mögen sie auch noch so aufrichtig sein – zu dem Ergebnis, welches wir uns erhoffen oder welches wir erwarten.

Diese Erkenntnis kann zuweilen schwer sein, ist man es doch gewohnt durch hohen Einsatz auch ein gutes Outcome zu erzielen.

Noch herausfordernder wird es dann, wenn wir an Punkte in unserem Leben kommen, an denen wir uns eingestehen müssen, dass die Wege, die wir eingeschlagen hatten und auf denen wir uns so sicher wähnten, nicht ans angedachte Ziel führen.

Unsere Pläne, unsere Hoffnungen, unser Krafteinsatz und unsere Anstrengung, die uns zuvor noch haben kraftvoll und zielsicher voranschreiten lassen, versickern plötzlich auf dem trockenen Feld der Verunsicherung.

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Redebeitrag auf dem interreligiösen Gottesdienst der St. Pauli Kirche Hamburg zum CSD 2026

Der interreligiöse Gottesdienst der St. Pauli Kirche Hamburg zum CSD 2026 am 2. August stand unter dem Eindruck des fürchterlichen Anschlags auf den Berliner CSD, der wenige Tage zuvor stattgefunden hatte. Er sollte Raum bieten, innezuhalten – einen Raum für Reflexion, für Hoffnung und Begegnung. Gemeinsam wurde gefragt: Was nimmt der Angst die Macht? Und wie feiern wir das Leben – vielfältig, mutig und verbunden?

Als Vertreterin des Liberal-Islamischen Bundes nahm Odette Neitzel, seine Erste Vorsitzende, mit einem Redebeitrag teil:

Der interreligiöse Gottesdienst der St. Pauli Kirche Hamburg zum CSD 2026 am 2. August stand unter dem Eindruck des fürchterlichen Anschlags auf den Berliner CSD, der wenige Tage zuvor stattgefunden hatte. Er sollte Raum bieten, innezuhalten – einen Raum für Reflexion, für Hoffnung und Begegnung. Gemeinsam wurde gefragt: Was nimmt der Angst die Macht? Und wie feiern wir das Leben – vielfältig, mutig und verbunden?

Als Vertreterin des Liberal-Islamischen Bundes nahm Odette Neitzel, seine Erste Vorsitzende, mit einem Redebeitrag teil:

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Pressemitteilung zum Anschlag auf den Berliner CSD 2026

Wir sind entsetzt und in Trauer über den Terroranschlag auf den Berliner CSD, der offenbar islamistisch motiviert war und einen Menschen tötete sowie 29 Menschen verletzte.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern dieser verabscheuungswürdigen Tat.

Queerfeindlichkeit ist Menschenhass und ein wesentliches Element von extremistischen – in diesem Fall islamistischen – Ideologien, die die Vielfalt in Gottes Schöpfung ablehnen (vgl. Koran 30:22). Wir Muslim*innen stehen in einer besonderen Verantwortung, den ideologischen Nährboden solchen Menschenhasses trockenzulegen, der für die geistige Brandstiftung sorgt, die Voraussetzung derartiger Taten ist.

Lassen wir uns als Gesellschaft durch solche Taten nicht spalten. Hierauf zielen Extremist*innen nämlich ab – auch solche aus dem rechtspopulistischen Milieu, die selbst eine queerfeindliche Agenda verfolgen und die Tat mit Pauschalisierungen für Muslimfeindlichkeit instrumentalisieren.1

Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen, sondern zwischen denen, die für eine liberale und plurale Gesellschaft einstehen, und denen, die eine solche bekämpfen.

DER VORSTAND, 27.07.2026

1 Gegen eine pauschalisierende Unterstellung der Homophobie gegenüber Muslim*innen sei etwa darauf hingewiesen, dass eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent der in Deutschland geborenen Muslim*innen sich für eine Erlaubnis der gleichgeschlechtlichen Ehe ausspricht: Gert Pickel, in: Bertelsmann Stiftung (Hg.), Religionsmonitor 2019 – Weltanschauliche Vielfalt und Demokratie: Wie sich religiöse Pluralität auf die politische Kultur auswirkt, 2019, S. 66.

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