Pressemitteilung zum Anschlag auf den Berliner CSD 2026

Wir sind entsetzt und in Trauer über den Terroranschlag auf den Berliner CSD, der offenbar islamistisch motiviert war und einen Menschen tötete sowie 29 Menschen verletzte.
Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern dieser verabscheuungswürdigen Tat.
Queerfeindlichkeit ist Menschenhass und ein wesentliches Element von extremistischen – in diesem Fall islamistischen – Ideologien, die die Vielfalt in Gottes Schöpfung ablehnen (vgl. Koran 30:22). Wir Muslim*innen stehen in einer besonderen Verantwortung, den ideologischen Nährboden solchen Menschenhasses trockenzulegen, der für die geistige Brandstiftung sorgt, die Voraussetzung derartiger Taten ist.
Lassen wir uns als Gesellschaft durch solche Taten nicht spalten. Hierauf zielen Extremist*innen nämlich ab – auch solche aus dem rechtspopulistischen Milieu, die selbst eine queerfeindliche Agenda verfolgen und die Tat mit Pauschalisierungen für Muslimfeindlichkeit instrumentalisieren.1
Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen, sondern zwischen denen, die für eine liberale und plurale Gesellschaft einstehen, und denen, die eine solche bekämpfen.
DER VORSTAND, 27.07.2026
1 Gegen eine pauschalisierende Unterstellung der Homophobie gegenüber Muslim*innen sei etwa darauf hingewiesen, dass eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent der in Deutschland geborenen Muslim*innen sich für eine Erlaubnis der gleichgeschlechtlichen Ehe ausspricht: Gert Pickel, in: Bertelsmann Stiftung (Hg.), Religionsmonitor 2019 – Weltanschauliche Vielfalt und Demokratie: Wie sich religiöse Pluralität auf die politische Kultur auswirkt, 2019, S. 66.



